Ostergruß 2020 - Pfr. Ramírez Cubillo

03.04.20 08:00

Ich bin mit euch alle Tage bis zum Ende der Welt

Liebe Schwestern und Brüder,


Unsere Welt, unsere Gesellschaft erlebt eine unerwartete Krankheit, die COVID-19-Pandemie. Diese Erkrankung war erstmals Ende Dezember 2019 in der Millionenstadt Wuhan in der chinesischen Provinz Hubei auffällig geworden.

Leider hat sich dieses Virus fast über den gesamten Erdball verbreitet, viele Menschen sind krank geworden, viele sind gestorben und welche Konsequenzen dies für uns alle, für die ganze Welt haben wird, ist noch offen.

Die ganze Menschheit ist in Not, die Mächtigen dieser Welt fühlen sich ohnmächtig gegenüber einer solchen archaischen Pandemie in unserer modernen Zeit. Wir Menschen fühlen uns begrenzt, eingeschränkt, hilflos – wir haben viele Sorgen!
Eine ganze Generation ist gezwungen, zuhause zu bleiben, um für die Anderen die Ansteckungsgefahr zu mindern. Für uns Christen kann dies zu einer wichtigen Zeit des Gebetes, der stillen Betrachtung werden.

„Du aber, wenn du betest, geh in deine Kammer,
schließ die Tür zu;
dann bete zu deinem Vater, der im Verborgenen ist!
Dein Vater, der auch das Verborgene sieht,
wird es dir vergelten“ (Mt 6,6).


Für uns bedeutet all das, in diesem Jahr Ostern nicht in der Kirche zu feiern! Ja, das ist sehr bedauerlich und es wiegt schwer!
Das bedeutet aber nicht, dass trotz allem, Ostern geschehe, Ostern im inneren Kreis der Familie gefeiert werden kann, bei geschlossenen Türen.
Die ersten Jünger und Jüngerinnen waren zuhause, die Türen waren verschlossen als der Herr auferstanden ist.

„Am Abend dieses ersten Tages der Woche, als die Jünger aus Furcht vor den Juden bei verschlossenen Türen beisammen waren, kam Jesus, trat in ihre Mitte und sagte zu ihnen: Friede sei mit euch! Nach diesen Worten zeigte er ihnen seine Hände und seine Seite. Da freuten sich die Jünger, als sie den Herrn sahen“ (Joh 20,19-20).

Sie waren nicht im Tempel, nein, sie waren zuhause und hatten Angst vor Verfolgung, Angst, zu sterben. Dieses Bild ist gerade in unserer Situation ganz aktuell: zuhause, hinter verschlossenen Türen, voll Sorge und Angst.
Trotzdem, der Herr erwacht, er lebt! Der Engel sagte den Frauen, die zum Grab kamen:
„Erschreckt nicht! Ihr sucht Jesus von Nazaret, den Gekreuzigten. Er ist auferstanden; er ist nicht hier. Seht, da ist die Stelle, wohin man ihn gelegt hat“ (Mk 16,6).

Ostern ist die große Feier des Sieges über den Tod. Können wir das feiern, wenn gerade viele Menschen aufgrund der Pandemie sterben? Es ist wirklich eine Zeit der Demut, Not und Umkehr! Ja, trotz allem, kann Ostern geschehen. Wir haben eine Hoffnung: Christus, der Herr, er lebt. Herr über Leben und Tod. Er hat uns gesagt: „Ich bin mit euch alle Tage bis zum Ende der Welt“ (Mt 28,20).


Diese Worte spenden uns Hoffnung in der Not, Gott hat uns nicht verlassen. Er schenkt uns Trost! Das Bild von Thomas, dem Jünger, ist auch für uns wichtig. Thomas konnte nicht glauben, er hatte keine Hoffnung, aber der Herr bleibt treu, er kommt ihm entgegen und zeigt sich als der lebendige Gott, Herr über Leben und Tod:
„Acht Tage darauf waren seine Jünger wieder drinnen versammelt und Thomas war dabei. Da kam Jesus bei verschlossenen Türen, trat in ihre Mitte und sagte: Friede sei mit euch! Dann sagte er zu Thomas: Streck deinen Finger hierher aus und sieh meine Hände! Streck deine Hand aus und leg sie in meine Seite und sei nicht ungläubig, sondern gläubig! Thomas antwortete und sagte zu ihm: Mein Herr und mein Gott!“ (Joh 20,26-28).

Uns bleibt nicht wenig in dieser Zeit! Wir haben die Hoffnung auf Gott! Er schenkt uns Kraft in der Not dieser Zeit! Beten wir in Demut füreinander, dass diese Zeit der Krankheit schnell vorüber gehe: HERR HAB ERBARMEN MIT UNS!
Bleiben wir solidarisch mit den Menschen in Not, so wie Jesus Christus, der Herr es uns selbst aufgetragen hat: „Liebt einander, so wie ich euch geliebt habe. Es gibt keine größere Liebe, als wenn einer sein Leben für seine Freunde hingibt“ (Joh 15,12-13).

Ich wünsche Euch allen ein friedvolles und gesegnetes Osterfest!
Möge Gott uns Segen und Heil schenken! Amen!


Euer Pfarrer,
Jasson Ramírez-Cubillo
Katholische Kirchengemeinde Heilige Drei Könige
Rondorf, im April 2020

Kath. Kirchengemeinde Heilige Drei Könige Köln

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